Gemeindefest

Gemeinde feiert ihre Zusammengehörigkeit.

Prünster Feuerwehrhaus

Herbst 1979; Prünst hatte eingeladen zur Einweihung des neu errichteten Feuerwehrhauses mit neuer Turmuhr und alter Gebetsglocke. Der Kirchenvorstand regte daraufhin an, mit der Gesamtgemeinde den Sonntags – Gottesdienst an diesem einen Sonntag im Jahr nicht in der Kirche in Rohr zu feiern, sondern die Gemeindeglieder aus allen 8 Dörfern nach Prünst einzuladen zu einem so genannten „Scheunen – Gottesdienst“ Die Prünster boten an, an jenem kühlen 21. Oktober 79 anschließend an den Gottesdienst im neuen Feuerwehrhaus Würstchen und Getränke anzubieten, so dass man noch ein wenig beisammen bleiben konnte.

Im darauf folgenden Jahr wurde aus diesem „Scheunen – Gottesdienst“ das erste Gemeindefest der Gesamtkirchengemeinde in Seitendorf am 8. Juni 1980. Seit fast 1000 Jahren waren die Menschen aus den 7 Außendörfern nach Rohr zum Gottesdienst gekommen. Es war an der Zeit, dass nun die Rohrer nach und nach ein jedes der Außendörfer zu einem Gottesdienst besuchten. Vor allem sollten die „Unterländer“ (Prünst, Leuzdorf, Dechendorf, Gaulnhofen, Weiler aus dem Landkreis Roth) endlich die „Oberländer“ (Müncherlbach, Seitendorf, Göddeldorf aus dem Landkreis Ansbach) richtig kennen lernen; und natürlich auch umgekehrt. Deshalb wanderte das alljährliche Gemeindefest von einem Dorf zum anderen. Jedes Dorf legte große Ehre ein, einen ganzen Sonntag lang die vielen Besucher zu bewirten.

Der Posaunenchor, der Gesangverein Frohsinn aus Rohr, die mitwirkenden Kindergottesdienst Kinder machten aus dem Gottesdienst im Freien einen richtigen Festgottesdienst, der bald so beliebt war, dass bei schönem Wetter bis zu 1000 Menschen am Gottesdienst teilnahmen (einschließlich der Gäste aus den Nachbargemeinden).

Nach dem Gottesdienst gab es vielerlei Aktivitäten. Diakonieverein und Kindergarten konnten ihre Arbeit vorstellen. Dorfführungen, Theaterspiel der Jugend; Ausstellungen alter Fotografien, Spielzeug – Flohmarkt der Kinder, Rallyes rund ums Dorf; und natürlich auch ein Lichtbildvorträge aus der Missions- und/oder Diasporaarbeit der Gemeinde. wurden angeboten. Fröhliche Musikanten aus der Gemeinde spielten unentgeltlich auf. Sie leiteten zum gemeinsamen, offenen Singen schöner, alter Volkslieder an. Sehr viele Gespräche an den Tischen; gemeinsames Lachen und Singen füllten den Nachmittag; So wurde bei Eintopf und Gegrilltem, bei Kaffee und reichlich von den Hausfrauen des Dorfes gebackenem Kuchen aus dem Beisammensein der Gemeinde ein schöner Festtag.

Das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit in der Gemeinde wurde durch dieses intensive Gemeinschafts– Erlebnis gestärkt. Randsiedler der Kirche konnten Gemeinde mal ganz anders erleben. Gemeinde kann Spaß und Freude machen. Projekte und Perspektiven des Gemeindelebens konnten vorgestellt werden. Natürlich stand jedes Gemeindefest unter einem bestimmten Motto. Am 14. Juli 1985 zum Beispiel fand das jährlich Gemeindefest rund um die eingerüstete Kirche in Rohr statt. Motto war: „Gottes Haus – erbaut aus lebendigen Steinen“. Den ganzen Tag über konnte sich jeder mit einem kleinen Baustein einfügen in die Mauer des Modells unserer St. Emmeram Kirche.

Gemeinde wurde erlebbar. Das führte wohl dazu, dass aus dem ursprünglichen Scheunen – Gottesdienst eine neue Tradition im Gemeindeleben gewachsen ist.