Weihnachtsmarkt/-basar

Warum gibts in Rohr einen Weihnachtsmarkt?

Wir brauchten einen Kindergarten. Man wollte nicht länger auf die Gutmütigkeit anderer Kindergärten angewiesen sein, unsere Kinder aufzunehmen. Das Grundstück war vorhanden, doch wie sollten wir den Bau eines eigenen Kindergartens finanzieren. Frau Kolb, damals wohnhaft in Rohr, hätte gerne den Kindergarten im Kellergeschoß ihres Hauses untergebracht, dies war aber nicht möglich. Herr Hans Butz hatte die Idee mit einem Weihnachtsbasar. Gerdi Sander war begeistert, Sie organisierte Bastelabende ud leitete diese mit Ihren Vorschlägen. Zu Beginn  der Bastelstunden kamen ca. 20 Frauen, nicht nur Mütter, auch Omas waren mit Eifer bei der Sache - für einen besonderen Zweck - unseren eigenen Kindergarten in Rohr

Mit Begeisterung trafen sich die Frauen 2x pro Woche im Rohrer Gemeindehaus. Mit viel Geschick und Ideen kamen wunderschöne Gegenstände zum Spielen für unsere Kinder oder Schmuck für Wände und Fenster im Haus zustande. Natürlich brauchten wir auch unsere Männer als Helfer, vor allem für Holzarbeiten wurden sie immer mehr gefordert, denn am Basartag wollten wir unseren Gönnern auch etwas bieten. Etagenbetten für Puppen, Stern auf Ramiband, Gestecke mit Trockenblumen, Kerzenständer gedrechselt aus Holz. Das war der Anfang unserer Bastelabende, mit liebevoll gefertigten Kleinigkeiten, gespendeten Material um die Einkaufskosten so niedrig wie möglich zu halten. Aber auch die Verkaufspreise durften nicht zu hoch sein. Spender und Bastler waren begeistert und kauften dann auch kräftig ein. Auch das leibliche Wohl durfte nicht zu kurz kommen, es gab Bratwurstsemmeln, Glühwein und Lebkuchen.

Am 1. Advent 1976 war es dann so weit, der erste Weihnachtsmarkt in Rohr zu Gunsten unseres geplanten Kindergartens, öffnete seine Türen.

Viele Helfer wurden für alle möglichen Arbeiten benötigt und Sie kamen. Der Aufbau der Verkaufstische im Gemeindehaus, die Präsentation und der Verkauf unserer Bastelsachen wurden organisiert, während der Arbeit hörten  wir den Gottesdienst aus unserer Kirche. Dann kamen die Leute, mit so einen Ansturm hatte niemand gerechnet. Aus der kirchlichen sowie aus der politischen Gemeinde, sogar aus den Nachbarlandkreisen kamen die Besucher, wir hatten ja in Rohr den ersten Weihnachtsmarkt weithin und alle kauften. Am Abend  waren alle zufrieden,  ein schöner Erfolg - für einen guten Zweck.

Ausruhen auf Lorbeeren, das gibt es nicht, so wurde von allen beschlossen: Wir wollen im nächsten Jahr wieder eine Weihnachtsmarkt durchführen. Jedes mal kamen neue Gesichter zu den Bastelabenden, viele fertigten zu Hause wunderschöne Gebrauchs- und Geschenkartikel, um diese für den Basar zu spenden, es war ja für einen guten Zweck. So wurden wir mutiger. Es wurde gestickt, gestrickt, gehäkelt, Mützen, Handschuhe, Strümpfe, Christbaumschmuck, Türbänder. Geknüpft mit Makramee-Ampeln. -Glockenstränge, -Eulen, -Kalenderbänder, -Fensterbilder. Glaskugeln gemalt, mit Weihnachtsmotiven oder Bilder von Rohr. Sterne aus Stroh - Strohspan- Holzstäbchen, Große für Fenster, kleine als Christbaumschmuck. Der erste große Strohstern wurde für 60 DM verkauft, präsentiert wurde dieser auf einer Unterlage aus Samt. Strumpfblumen, Seidenblumen, Seifenkörbchen, Sorgenscheuchen, Obstkernbilder, Hexen, Artischockenkugeln, Brandmalerei, Schneemänner aus Heu, Rebwurzelgestecke, Adventskränze schön dekoriert. Aus Fimo, ein neues Knetmaterial das nach den Formen in der Backröhre trocknen musste, wurden Püppchen, Broschen und Gürtelschnallen, verziert mit Glitzersteinen. Wachsbilder, Rupfenpuppen, Weihnachtskrippen mit Figuren aus allen möglichen Materialien. Und das alles immer für eine guten Zweck.

Immer wieder suchten wir nach neuen Einkaufsquellen für unser Materialien. Viel wurde gespendet, denn wir wollten ja beim Weihnachtsbasar günstig verkaufen.

Dann kam der Bastlertreff. Nach dem durchgeführten Basar wurden alle aktiven Bastlerinnen und Bastler zu einem kleinen Imbiss eingeladen, um die letzten Wochen nochmal Revue passieren zu lassen. Wir wollten ja auch wissen was wir erwirtschaftet hatten und spenden konnten.

Es war reichlich und so wurde bald der Erlös aufgeteilt, zu Gunsten unseres neu gegründeten Diakonievereins und des Kindergartens.