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Jahreshauptversammlung

Pfarrer Wolf neuer Rohrer Diakonievorsitzender – Bestätigung bei Jahreshauptversammlung des DiakonievereinsRohr – Träger der Station –

(nw)- Der neue Rohrer Pfarrer Michael Wolf wurde in der Jahreshauptversammlung des Diakonievereins Rohr und Umgebung als neuer Vorsitzender von den Mitgliedern bestätigt, nachdem der Geistliche bereits im Februar von der Vorstandschaft kraft Satzung in dieses Amt berufen wurde. Den neuen Vorsitzenden erwartet in den nächsten Wochen und Monaten eine nicht leichte Aufgabe.

Die Diakoniestation, dessen Träger der Verein mit derzeit 845 Mitgliedern ist, bewegt sich noch immer in etwas unruhigen Gewässern. Der überraschende Tod von Geschäftsführer Günter Ittner im Oktober 2006 hat eine Lücke hinterlassen. Dieses Vakuum und die damit zusammenhängenden Zuständigkeiten und Kompetenzen lassen für Außenstehende noch kein klares Bild erkennen, wie Anfragen aus der Versammlung an die Vorstandschaft deutlich machten.

Fast 50 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung des Rohrer Diakonievereins ins Gemeindehaus gekommen. Pfarrer Michael Wolf stimmte gleich zu Beginn ein Lied mit seiner Gitarre an und ließ die Anwesenden nach kurzer Einprobungsphase auch einen dreistimmigen Kanon singen. Wolf ist Kraft seines Amtes als Rohrer Pfarrer seit Februar dieses Jahres auch Vorsitzender des Diakonievereins. Dies wurde von der Versammlung bestätigt.

Den Jahresbericht 2007 gab stellvertretender Vorsitzender Roland Reck, der nach dem Tod von Günter Ittner und der krankheitsbedingten Verhinderung des satzungsgemäßen Vorsitzenden und im April 2007 in Ruhestand getretenen Rohrer Pfarrers Walther, stärker als ihm lieb war in den Fokus der Verantwortung rückte. Nach dem überraschenden Abgang des Übergangsvorsitzenden Pfarrer Matthias Halbig aus Barthelmesaurach im Herbst 2007 war der stellvertretende Vorsitzende erneut gefordert.

Bei der letztjährigen Jahreshauptversammlung gab Reck bekannt, dass das Diakonische Werk Schwabach die verwaltungsmäßige Abwicklung und Abrechnung für die Station vornimmt. Nun erfuhren die Mitglieder von der zum 30. Juni 2008 wirksam werdenden Vertragskündigung. Seit Januar 2008 nimmt die buchhalterischen Aufgaben mit Abrechnung der Pflegegelder und der Mitarbeiter-Gehälter die „Kirchliche Dienstleistungs- und Servicegesellschaft für kirchliche Einrichtungen“ (KDSE) in Nürnberg wahr.

Dazu musste sich Roland Reck kritische Fragen aus der Versammlung anhören, weil im ersten Halbjahr 2008 beide Einrichtungen bezahlt werden müssen. Reck informierte darüber, dass im März 2007 von Experten des Diakonischen Werkes eine betriebswirtschaftliche Überprüfung der Station vorgenommen wurde. „Von den Vorschlägen haben wir bereits vieles umgesetzt, was zu Einsparungen für die Station führte“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende.

Pfarrer Michael Wolf machte deutlich, dass er erst seit Februar 2008 in der Verantwortung steht und deshalb zu den im Jahr 2007 getroffenen Entscheidungen nichts sagen kann. Wolf gab bekannt, dass er sich mit der Pflegedienstleiterin der Station zu wöchentlichen Besprechungen trifft. Sein erster Eindruck ist, dass die Station wirtschaftlich arbeitet und dabei auch den diakonischen Gedanken Rechnung trägt.

Zur Mittagsbetreuung an der Grundschule  in Regelsbach erklärte Wolf, dass derzeit 10 bis 12 Kinder dieses Angebot nutzen. Ab dem neuen Schuljahr sollen die Betreuungszeiten von derzeit 14 auf 15.30 Uhr ausgedehnt werden. „Nach den Voranmeldungen könnten sich dadurch die Betreuungszahlen verdoppeln“, so Wolf.

Pflegedienstleiterin Marina Meyer, die einen Teil der Aufgaben des ehemaligen Diakonie-Geschäftsführers übernommen hat, informierte, dass zu Beginn des vergangenen Jahres 56 Patienten versorgt wurden. Die Patientenzahl stieg im Laufe des Jahres auf 80 an. Aufgrund der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde die Mitarbeiterzahl von zwölf auf zehn reduziert. Das Pflegeteam hatte im vergangenen Jahr über 19.000 Hausbesuche absolviert. „Dabei waren die verschiedenen Aufgaben der häuslichen Alten- und Krankenpflege bei den Patienten zu verrichten“, hatte Meyer für alle Leistungsfelder die genauen Zahlen parat. Zugenommen haben auch die Tätigkeiten im Bereich der hauswirtschaftlichen Leistungen.

Dem Bericht des Vereinskassiers Hans-Jürgen Grosser konnten die Mitglieder entnehmen, dass der Diakonieverein auf gesunden Füßen steht. Anders stellt sich die Situation bei der Station, die finanztechnisch als „nichtselbstständige Einheit“ des Vereins geführt wird, dar. Das Defizit des Jahres 2007 von fast 17.000 Euro musste der Diakonieverein ausgleichen. Zudem erhielt die Diakoniestation vom Verein bereits im letzten Jahr ein Darlehen von 30.000 Euro. Für 2008 hat die KDSE zusammen mit dem Vereinskassier für die Station einen Haushalt mit einem Volumen von 408.000 Euro aufgestellt. Nach der optimistischen Haushaltsplanung soll dieses Jahr eine „schwarze Null“ erreicht werden.

Heidi Lauermann vom Verein „Hospiz-Team-Nürnberg“ stellte dessen Angebote und Leistungen vor. Sie ging dabei näher auf die Palliativ-Pflege ein. „Palliativ-Patienten leiden an einer unheilbaren Krankheit“, so die Referentin. In dieser schwierigen Lebenssituation sollen die unheilbar Kranken und deren Angehörige von einer Palliativkraft beraten und begleitet werden. Mit den Palliativ-Stationen in den umliegenden Kliniken arbeitet der Verein gut zusammen. „Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten“. Dazu ist auch die Mithilfe von ehrenamtlichen Kräften, die qualifiziert geschult werden, notwendig, erklärte Lauermann.

29.04.2008 20:49 Kategorie: Diakonie
Von: Norbert Wieser