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Orgeljubiläum

25 Jahre ist das schon her? – Ja, tatsächlich. Am 1. Oktober 1989 wurde im Rahmen des festlichen Erntedankgottesdienstes die neue Hey-Orgel in unserer Rohrer Kirche eingeweiht.

Vorausgegangen waren viele Monate voller umfassender Planungen, Überlegungen und Sitzungen.

Ein kleiner Rückblick sowie eine Zusammenfassung des Festbriefes aus dem Jahr 1989:
Zunächst wurde Pfr. Karl Schrems, damaliger Orgelsachverständiger der ev.-luth. Kirche Bayern, beauftragt, ein Gutachten über die alte Orgel (Baujahr 1913) zu erstellen. Er kam zu der Einsicht, dass der Kauf einer neuen Orgel ratsam sei, „denn das Reparieren gleicht bei einer Orgel dieses Systems und in diesem Zustand einem Fass ohne Boden“.

Und so entschloss sich der Kirchenvorstand im Juni 1987 zu einem Orgel-Neubau.
In Zusammenarbeit von Kirchenvorstand, unter dem Vorsitz von Pfr. Gerd Sander, dem Orgelsachverständigen Pfr. Schrems und unserem damaligen Organisten Rainer Dietz begannen die Planungen, und im Januar 1988 wurde dann die Firma Hey aus Urspringen in der Rhön beauftragt, das neue Orgelwerk in Rohr zu fertigen.

Dank des intensiven und leidenschaftlichen Engagements von Rainer Dietz, Pfr. Schrems und der Fa. Hey entstand eine wunderschöne Orgel, die mit der ausgewählten Disposition allen Ansprüchen gerecht wird. Sowohl für die klassische wie auch die moderne Orgelliteratur bietet sie mit ihrer Ausgewogenheit von Prinzipalen, Aliquoten, Mixturen, Streicher, Flöten und Zungenregistern viele Möglichkeiten.

Das alte, aus dem Jahr 1749 stammende Barock-Orgelgehäuse mit seinen reichvergoldeten Schnitzereien, das bereits beim Orgelneubau 1912 renoviert wurde, wurde wiederverwandt und restauriert.

Die Orgel hat 26 Register, verteilt auf Hauptwerk, Schwellwerk und Pedalwerk. Insgesamt besteht das Orgelwerk aus 1498 klingenden Pfeifen verschiedener Größen, Bauformen und Materialien (Metall- und Holzpfeifen). Die größten Pfeifen haben eine Tonlänge von ca. 2,40 m und die kleinsten Pfeifen von ca. 5 mm.

Die Spieltraktur wird auf mechanische Weise betätigt, d.h. der Organist öffnet mit seiner Hände Kraft die Spielventile in den Windladen und bringt so die Pfeifen zum Klingen.

Das Einschalten der Register erfolgt elektronisch. Die eingebaute Setzerkombination ermöglicht es dem Organisten, verschiedene Klangvariationen einzuspeichern und per Knopfdruck abzurufen.

Eine Besonderheit ist der Zimbelstern mit seinen 6 Bronzeglocken, die im Betrieb nacheinander angeschlagen werden. Äußerlich sichtbar ist dies durch einen sich drehenden Stern.

Die Kosten für den Orgelneubau betrugen insgesamt 322.000,-- DM. Dank der großen Spendenbereitschaft der Rohrer Kirchengemeindemitglieder sowie Spendengeldern der politischen Gemeinden Rohr und Heilsbronn, Banken und des Kultusministeriums, und nicht zuletzt dank der Verkaufserlöse des Rohrer Kochbuches konnte dieses große Projekt finanziert werden. Ein großer Dank gilt hier unserer damaligen Pfarrfrau Gerdi Sander, die durch ihre Idee, die Umsetzung und ihren unermüdlichen Einsatz für das Rohrer Kochbuch zu einem großen Finanzierungsanteil beitragen konnte (über 100.000,-- DM !).

Auch den vielen Helferinnen und Helfern, die mit Rezeptbeiträgen, durch Mithilfe beim Druck, Versand und im Kochbuch-Kreis mitgeholfen haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

Liebe Kirchengemeinde, diese kleine Zusammenfassung aus Berichten der damaligen Festschrift, die bestimmt noch in so manchem Bücherregal bei Ihnen zuhause steht, soll Ihnen unsere schöne Rohrer Orgel noch einmal vorstellen sowie von ihrer Entstehung erzählen. Ich selbst war zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe an die Fa. Hey gerade mal 12 Jahre alt und noch nicht mal Orgelschülerin.

Heute, nach über 24 Jahren Organistentätigkeit und davon 21 Jahren als Rohrer Organistin bin ich nach wie vor sehr dankbar für dieses außergewöhnliche Instrument. Wer ab und zu in anderen Kirchen Gottesdienste besucht, der weiß, dass eine Orgel mit einer so großen und abwechslungsreichen Klangfülle und Qualität nicht überall zu finden ist.

Deshalb: Genießen Sie den schönen Klang unserer Rohrer Orgel jeden Sonntag aufs Neue! Denn die Orgel als Königin der Instrumente ist zu allererst Dienerin der Gemeinde zum Lobe Gottes.

Gerne wiederhole ich daher zum Schluss die Worte von Pfr. Schrems: „Möge jedes Erklingen der neuen Orgel als Aufforderung „Die Herzen in die Höhe“ verstanden werden und die Antwort bei den Hörenden nicht ausbleiben: Wir erheben sie zum Herrn!

Herzlich einladen möchte ich Sie zum Festgottesdienst anl. des 25-jährigen Orgeljubiläums am Erntedank-Sonntag, 5.10. um 9.30 Uhr mit Pfr. Sander sowie abends um 19.30 Uhr zum Orgelkonzert „Orgel plus X – ein etwas anderes Orgelkonzert“ – lassen Sie sich überraschen!

Herzlichst
Ihre Organistin Sabine Gugel

01.09.2014 15:21 Kategorie: Kirchliches