< Rohrer Gemeindefahrt nach Ostfriesland von Mittwoch, 6. bis Sonntag, 10. Mai 2015

Die ersten Monate in Rohr

Nun ist beinahe ein halbes Jahr vergangen, seit ich am 1. Dezember hier begonnen haben. Die Advents und Weihnachtszeit liegt hinter uns und auch die Passions- und Osterzeit. Dazu die erste Konfirmation und die Jubelkonfirmationen, Taufen, Hochzeiten und einige Beerdigungen. Bewusst habe ich versucht erst einmal vieles so zu lassen wie es war, um zu verstehen, wie diese Gemeinde funktioniert.

Mir sind viele liebe Menschen begegnet, die uns wohlwollend empfangen haben. Wir fühlen uns hier sehr wohl und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.

Hier gibt es viele engagierte Menschen, die einen hohen Einsatz bringen für ihre Gemeinde. Man lässt es sich etwas kosten, nicht nur an Geld, sondern vor allem anderen auch an Zeit und Energie. Das ist beeindruckend, auch wenn es bei dem einen oder anderen an die Grenzen und gelegentlich sogar darüber hinausgeht. Ja auch hier wird einem der Wandel in der Gesellschaft deutlich, denn die Schere geht weit auseinander. Ein Teil bringt sich ganz intensiv ein, andere halten sich ganz intensiv raus oder bringen sich zumindest an anderer Stelle im Ort ein. Wer nicht hier groß geworden ist, für den ist dieses intensive Miteinander auf verschiedenen Ebenen zumindest ungewohnt. Damit ist dann aber auch ganz schnell geklärt, wer dazu gehört und wer nicht. Es ist ähnlich wie die Gepflogenheiten in einer Familie, wer dazugehört kennt es nicht anders von klein auf.

Manchmal sind die Grenzen zwischen drinnen und draußen hilfreich, weil sie eine Gemeinschaft auch schützen, aber es macht es denen, die nicht von klein auf dazugehören, schwer hineinzukommen. Dabei meine ich nicht uns, denn wir haben einen gewissen Sonderstatus. Auch Menschen die schon lange hier wohnen berichten immer wieder, wie schwer es war und ist hineinzukommen. Eine Patentlösung dafür gibt es nicht, aber es gilt die Augen und vor allem die Türen weit offen zu halten.

Eine kleine Veränderung gab es bei der Osternacht. Diese wurde auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin auf Ostersonntagmorgen um 5.30 Uhr verlegt. Warum das, wenn es doch vorher so gut funktioniert hat am Samstagabend? Dies hat ganz einfach den Grund, dass Gründonnerstag bis Ostermontag eine ganz bestimmte Liturgie hat, zu der auch eine gewisse Ruhe an den Tagen zwischen Grab und Auferstehung gehört.

Will man diesem Geschehen nachspüren, dann geht das leichter, wenn man auch ein wenig die zeitlichen Abläufe einhält. Am Ostermorgen den Sonnenaufgang in und nach der Kirche zu erleben, das Auferstehungsgeschehen begleitet vom Erwachen der Natur und des Tages, und dann in einen neuen Tag gehen mit der Leichtigkeit im Herzen: "der Herr ist auferstanden!" Das geht nicht am Samstagabend. Das haben alle erlebt, die dabei waren.

Dass dabei die durchwachte Nacht der Jugendlichen auf der Strecke blieb mit dem Osterfeuer ist zwar schade, aber eine Nacht voller Gebete in der Kirche würde aus meiner Sicht besser passen vom Gründonnerstag auf Karfreitag, als Jesus im Garten gebetet hat und seine Jünger schliefen. Schauen wir mal ob wir das besser hin bekommen?

Ich freue mich mit Ihnen gemeinsam auch darüber nachzudenken, wie unsere Wünsche und Zielsetzungen für unsere Gemeinde in Zukunft aussehen. Eine Frage leitet mich dabei immer: ?Wie stelle ich mir meine Gemeinde in 10 Jahren vor?? Was braucht es und was nicht? Wo wollen wir hin,aber vor allem auch: ?Wo sollen wir hin? Was ist unser Auftrag?? Auf diesem Weg brauchen wir Menschen, die eine Idee für die Zukunft haben und Menschen die uns auf diesem Weg im Gebet begleiten. Wir werden Mut brauchen und Gottvertrauen Euphorie und Besonnenheit. Und wir brauchen einander, denn nur gemeinsam halten wir diesen Dampfer auf Kurs.

Christine und Markus Wandtke

16.06.2015 11:21 Kategorie: Angedacht