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Danke

Liebe Gemeinde!

Im Danken kommt neues ins Leben hinein, ein Wünschen, dass nie du gekannt

So singen wir im Lied: Vergiss nicht zu Danken. "Danke" sagen, können wir das gut? Sind wir dankbare Menschen? Haben wir Grund zum Danken? Oder hinterlassen die schlechten Erfahrungen bei uns den stärkeren Eindruck? Können wir besser erzählen von all den Dingen, die uns fehlen, auf die wir verzichten müssen und - ziehen wir über unser Leben eine im Ganzen positive oder vielleicht doch eher eine negative Bilanz?

Jesus benutzt oft das Bild vom Säen und Ernten, wenn er über das Leben spricht. Wer einen Garten hat oder gar eine Landwirtschaft kann dieses Bild gut für sich nachempfinden

Am Erntedankfest treffen wir uns wieder in der Kirche und erinnern uns gegenseitig daran, wem wir eigentlich Dank schuldig sind, Gott nämlich und den Menschen, deren Nähe und Liebe er uns schenkt.

Für die Kinder ist das manchmal ein ganz neuer Gedanke. Die Eltern, die Großeltern, die Freundinnen und Freunde, die sind nicht selbstverständlich für mich da, sondern sie sind Geschenke, die Gott mir macht. Das Mittagessen, die neue Hose, das Spielzeug, der Teddy, die sind zwar von der Tante, der Oma oder dem Paten geschenkt worden, aber eigentlich steckt Gott dahinter, der mir eine Freude machen wollte. Die Kinder spüren plötzlich: Geschenke gibt es für mich, wohin ich blicke, Gottes gute Gedanken und Gaben umgeben mich hundertfach.

Wie kommt es nur, dass uns, wenn wir erwachsen werden, immer weniger Geschenke einfallen, für die wir dankbar sein könnten, und dass uns manchmal sogar das Bewusstsein ganz abhanden kommt, dass Gott sich immer noch um uns kümmert?

Ich weiß, dass es Momente gibt, wo sich das Dunkle und Schwere so stark auf einen Menschen legt, dass er kein Geschenk mehr sieht und auch Gott nicht mehr. Aber gerade dann ist Gott Ihnen besonders nahe, um sie zu trösten, um Sie ein Stück zu tragen und jeder Mensch, der Ihnen dann freundlich entgegen kommt, ist von Gott losgeschickt worden, um für Sie dazu sein, auch wenn er selbst das gar nicht so wahrnimmt.

In jeder Situation, mag sie noch so schwer sein, kann man auch Zeichen von Gottes Liebe und Freundschaft wahrnehmen. Dankbarkeit ist eine Haltung im Leben und zum Leben. Dankbare Menschen leben immer im Gefühl des Reichtums und des Überflusses.

Jesus sagt, er ist wie ein Sämann, der übers Land geht und Gutes ausstreut und verteilt, Worte, Gesten, Bewegungen aus denen neues Leben, neue Hoffnung und auch neue Liebe wächst.

Und wenn er so sät, wird auch etwas wachsen, können wir auch etwas ernten. Was ist in Ihrem Leben gewachsen? Was ist ihnen Gutes begegnet und wo fanden Sie neue Hoffnung?

Danke, guter Gott, für Deinen Segen und deine Begleitung, und - wenn ich Dich immer noch nicht spüre, dann komm mir entgegen ? deutlich wahrnehmbar. Lass mich dankbar wahrnehmen, was alles in meinem Leben gewachsen ist.

Amen

Ihr Pfarrer Markus Wandtke

23.09.2015 14:42 Kategorie: Angedacht