< Predigtreihe

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, er kommt gewaltig.

Liebe Leserinnen und Leser,

Im Moment kennen die Medien kaum ein anderes Thema als die Flüchtlingskrise. Ja das beschäftigt uns alle und manche von uns machen sich große Sorgen – um unseren Wohlstand, unsere Ordnung und unsere christliche Prägung. Angst vor Islamisierung wird geschürt und vor kulturellen Veränderungen. Ich will darüber nicht urteilen, denn Veränderungen haben Menschen schon immer geängstigt. Wie weit ist es eigentlich wirklich her mit unserer angeblich so christlichen Prägung? Ist es nicht vielmehr so dass nur die Christlichen Feste noch gefeiert werden, die auch vermarktet werden können? Weihnachten und Ostern. Aus Reformationsfest wird Halloween das lässt sich besser verkaufen und Himmelfahrt wird zum Vatertag. Mit Pfingsten und Buß- und Bettag weiß die breite Bevölkerung kaum noch etwas anzufangen.

Wenn Weihnachten nicht das weltweit größte Fest mit den größten finanziellen Geschäften wäre, würde es wie viele andere kirchliche Feste in der medialen Versenkung verschwinden. Bahnt einen Weg dem Herrn der Welt hat seine Bedeutung doch nur solange dabei der Euro rollt. - Und in unseren Herzen? Bereiten wir uns auf Gottes kommen vor oder ist unser Boot auch für ihn schon zu voll. Erfüllt uns sein Kommen mit Ehrfurcht? Mahnt uns dieses Weihnachtsfest zur Umkehr von unseren Abhängigkeiten oder erstickt es im oberflächlichen Glanz der Lichter und Süßigkeiten. Was setzen wir in Bewegung um Gott den Weg zu bahnen. Was breiten wir ihm auf dem Weg aus wenn er kommt? Reinigen wir die Wohnung und die Herzen für ihn oder für die liebe Verwandtschaft? Wer ist der Motor in unserem Tun? Die Fastenzeit Advent erinnert uns an das Wesentliche, wenn wir sie das sein lassen was sie ist: Zeit zum Nachdenken über Gott, den Herrn der Welt, und sein Kommen.

Ihr Pfarrer Wandtke

23.11.2015 14:12 Kategorie: Angedacht