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Erntedank

Dieser Sommer war und ist, sehr zum Leidwesen der Schulkinder, alles andere als stabil. Dafür haben wir aber richtiges Wachswetter. Die Natur hat immer wieder ausreichend Wasser und Sonne geliefert, Mais und Getreide stehen prächtig und auch in unseren Gärten kann man mit Gießwasser sparsam sein. Gemüse und Obst wachsen sehr gut, soweit die Blüten keinen Frost erwischt haben. Natürlich macht sich eine reiche Ernte nicht von alleine. Da steckt auch jede Menge Arbeit drin.

Wer mit seiner Arbeit nicht so nah am Wachstumsprozess in der Natur dran ist, bekommt das gar nicht mehr so intensiv mit. Aber auch unsere Wirtschaft wächst und erholt sich von magereren Jahren. Dabei ist es durchaus nicht so, dass sich jeder Fleiß sofort auch in finanziellem Erfolg niederschlägt. Wenn die Auftragsbücher voll sind wächst der Druck auf jeden Einzelnen, und nicht jede reiche Ernte erzielt am Ende auch den gewünschten Ertrag, weil Preise verfallen und ähnliche Faktoren eine Rolle spielen.

All das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau! Es geht uns wirklich gut, es fehlt uns an nichts. Wir haben reichlich Grund dankbar zu sein. Selbst wer bei uns nicht ganz so gut wegkommt, aus welchen Gründen auch immer, braucht keinen Hunger leiden und nicht vor Krieg und Chaos zu flüchten.

Ein Tag der Dankbarkeit ist das Erntedankfest. Innehalten und sich Besinnen. Sich klar werden woher alles kommt: Die Kraft zum Arbeiten und Durchhalten, Saat und Ernte, Frost und Hitze und so vieles Mehr, wofür wir bei aller Anstrengung nicht wirklich etwas können. Die richtige Idee für etwas, was wir angepackt oder gelassen haben, das richtige Wort am rechten Fleck. Etwas Zeit zur rechten Zeit.

Das alles feiern wir am Erntedankfest und geben Gott die Ehre für alles, was wir von ihm empfangen haben. Wir drücken es aus in unseren Liedern und Gebeten, in der Musik, die wir machen und in dem was wir Gott hinlegen, auch in unseren Gaben. Der Altarumgang dient ja neben der Betrachtung des reich geschmückten Altars auch der Möglichkeit, unserer Dankbarkeit Ausdruck verleihen zu können.

Wir danken Dir Gott des Himmels und der Erde, segne die dankbare Haltung unseres Herzens.

Ihr Pfarrer Markus Wandtke

07.10.2016 11:55 Kategorie: Angedacht