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Advent - Vorbereitung auf das Wesentliche

Wenn Sie ein wichtiges Ereignis vor sich haben, dann wirft das seine Schatten teilweise sehr weit voraus. Hochzeiten und ähnlich große Feste werden teilweise mehr als ein Jahr im Voraus geplant. Dabei steigt in einem schon die Vorfreude auf - jedes Mal, wenn man sich gedanklich damit beschäftigt. Bei wiederkehrenden Festen ist das nicht ganz so extrem, denn man hat das ja alles schon mal erlebt, man bekommt sozusagen Routine in der Vorfreude.

Dabei gibt es verschiedene Arten sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten: die einen beschränken sich bewusst im Konsum adventlicher Leckereien auf die Adventszeit. Vor dem ersten Advent wird dann kein Lebkuchen oder Plätzchen angerührt. Andere freuen sich schon auf die Zeit Ende September Anfang Oktober, wenn die ersten Lebkuchen in die Regale kommen, da sind sie ja besonders frisch.

Genau genommen ist es vollkommen nebensächlich, ob so oder so, denn ursprünglich war die Adventszeit eine Fastenzeit und hatte gar nichts mit all diesen Leckereien zu tun. Wie überhaupt sehr viele Bräuche, haben auch die adventlichen Bräuche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder einen Wandel durchgemacht. Die kommerzielle Überfrachtung des Weihnachtsfestes und der Vorbereitung darauf sind ein Phänomen unserer Jahrzehnte und auch das wird irgendwann aufhören. Fragt sich nur, was dann aus Weihnachten wird, wenn die Werbefachleute sich ein anderes Fest aussuchen um es auszuschlachten. Der eigentliche Inhalt ist ihnen ohnehin nur Nebensache. Wenn die Werbekarawane weiterzieht, weil mit Weihnachten kein Geschäft mehr zu machen ist, was kommt dann? Werden wir dann kampflos das Feld räumen wie beim Buß- und Bettag und zusehen, wie die Feiertage gestrichen werden? Werden sich dann ein paar wenige, stark religiös geprägte Menschen in unseren Kirchen verlieren, während die breite Masse sich auf ein anderes Lichterfest zur Jahreswende oder irgendetwas anderes vorbereitet? Zugegeben, eine düstere Vorstellung, und vermutlich werden wir alle das nicht erleben.

Wer in Jesus nicht den Retter für sein Leben sieht und in Weihnachten nicht das Kommen des lebendigen Gottes, der wird Mühe haben, diesem Fest etwas abzugewinnen, wenn - aus welchen Gründen auch immer, es nicht mehr so imentrum der Werbung und der Öffentlichkeit steht.

Bahnt einen Weg dem Herrn der Herrlichkeit. Öffnet die Herzen und macht euch bereit. Wie immer das geschieht, Hauptsache das Kommen unseres Herrn steht im Vordergrund. Dann ist egal wann Sie ihre Lebkuchen essen oder ob Sie fasten, um sich vorzubereiten. Entscheidend ist der Inhalt, nicht die Form der Feier.

Ich freue mich auf Weihnachten und bereite mich gerne mit ihnen gemeinsam darauf vor.

Ihr Pfarrer Wandtke

24.11.2016 11:37 Kategorie: Angedacht