< Auf den Spuren der Reformation in Augsburg

Jubel – Konfirmation – eine gute Gelegenheit

Ein „Ja“ zu Gott finden und ein Leben lang dabei bleiben. In diesen Monaten feiern wir wieder die silbernen, goldenen, eisernen und gnadenen Konfirmationen. Die grüne Konfirmation liegt bereits hinter uns. Da befällt einen wieder die Wehmut und die Erinnerungen an längst vergangene Tage. Wie war das damals, als wir konfirmierten. Wir mussten viel lernen in unserer Konfirmandenzeit. Bei uns herrschte noch Zucht und Ordnung. Wir waren noch regelmäßig im Gottesdienst….Heute ist das ja alles anders…

Diese Erinnerungen kommen meist sofort hoch und danach die Erinnerungen an Streiche und entsprechende Strafen, die man dafür bekam. Ja die Konfirmandenzeit ist und war eine besondere Zeit. Da waren teils sehr große Gruppen und teilweise noch vom Krieg geprägte Jahrgänge. Konfirmationen in der Zeit des Wirtschaftswunders, als nicht viel da war, es aber langsam aufwärts ging. Neben all den zeitgeschichtlichen Erinnerungen mit all ihren Besonderheiten kommt dann aber auch die Frage nach meinem „Ja“ zu Gott und seinem „Ja“ zu mir. Welche Auswirkungen hatte das für mein Leben? War ich immer treu im Glauben? Wer mag das schon klar beantworten?

Habe ich Gottes Treue erleben dürfen? Auch hier fällt eine klare Antwort gar nicht so leicht, denn so mancher herbe Einschnitt ist mir auf dem Lebensweg begegnet, manches fühlte sich so gar nicht nach Gottes Plan an. Manch einer wurde bitter über schweren Erfahrungen und hat innerlich oder äußerlich Gott und seiner Kirche den Rücken gekehrt.

Welche Erfahrung ihrer Konfirmation hat sie durchs Leben begleitet? War es die Gewissheit, dass Gott immer an meiner Seite war auch in den schweren Momenten? War es die Kraft die ich spürte, als meine Kraft zu Ende war? Oder ist die Unsicherheit von damals geblieben. Gibt es diesen Gott überhaupt und hat das alles etwas mit meinem wirklichen Leben zu tun? Mehr als alle formalen Fragen nach der Kleidung, den Kniebänken oder sonst irgendwelcher Traditionen, die es noch gibt, oder die es bedauerlicherweise nicht mehr gibt, sollten uns diese Fragen umtreiben: Ist Gott wirklich treu und habe ich diese Erfahrung in meinem Leben machen dürfen? Hat mich diese Erfahrung Dankbar werden lassen und habe ich solche Erfahrungen auch an meine Kinder und Enkel weiter gegeben?

Ihr seid das Licht der Welt, sagt Jesus, lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie die Guten Werke sehen den Vater im Himmel preisen.

Diese Erfahrung, dass Gott durchträgt und begleitet und dass das manchmal das einzige ist, was mich noch hält, diese Erfahrungen müssen an die nächste Generation weiter gegeben werden. Woher sollen unsere Kinder und Enkel erfahren was im Glauben trägt, wenn nicht von uns!

06.05.2017 09:54 Kategorie: Angedacht