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Windräder zwischen Göddeldorf und Müncherlbach – Ein Politikum spaltet selbst Familien

Keine Sorge, ich werden nun nicht die Autorität und Macht der Kirche ausnutzen (wenn es die überhaupt noch gibt) um Partei für die eine oder andere Seite zu ergreifen. Aber einige Anmerkungen zur Art und Weise und zum Klima in dem die Auseinandersetzung geführt wird, sind dringend erforderlich.Es gibt gute Argumente, und nicht nur finanzielle, mit denen man für diese Anlagen sein kann und es gibt auch gute Gründe und Argumente dagegen. Darüber braucht es einen kontroversen Austausch und ich denke da haben schon viele Veranstaltungen stattgefunden. Leider bleibt es eben nicht beim Austausch von Argumenten, sondern es werden Stimmungen geschürt und selbst vor persönlichen Angriffen weit jenseits des guten Geschmacks wird nicht zurückgescheut.

Ich denke es ist an der Zeit auf den Boden zurückzukehren und nicht immer weiter die Stimmungsspirale anzuheizen. Wo soll das hinführen? Ist es die Sache wert, ein gutes Miteinander im Dorf und unter den Dörfern zu opfern um eigene Interessen durchzusetzen? Vereinzelt reichen diese Auseinandersetzungen hinein bis in Familien.

Natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein und natürlich werden Bedenken unterschiedlich bewertet, genau wie der ökologischer Sinn und Unsinn unterschiedlich bewertet wird. Hier gibt es nicht eindeutig richtig und eindeutig falsch. Jeder sucht sich seine Fürsprecher, seine Gutachten und seine Argumente so aus, dass die eigene Meinung damit untermauert wird. Das ist das Wesen von Diskussionen. Aber wo und wann ist die Grenze erreicht? Entscheidend ist doch:

  1. Bei der Wahrheit zu bleiben, auch dann, wenn sie mir nicht gefällt. Das ist bei einer Faktenlage, die in jeder Hinsicht interpretierbar ist, nicht ganz einfach.
  2. Andersdenkende zu respektieren und einen Umgang auf Augenhöhe zu wahren. Dann kann man auch bei aller Meinungsverschiedenheit am Tisch noch ein Bier miteinander trinken.
  3. Etwas Fahrt aus der Sache nehmen: Die Welt dreht sich mit und ohne diese Windräder weiter und auch die Ökologische Abkehr von der Kernenergie wird daran alleine nicht scheitern. Genauso wenig werden Menschen alleine an den negativen Auswirkungen der Räder sterben, es ist immer die Summe der Belastungen.

Letzten Endes wird wohl die mentale und psychische Belastung, die von einem weiter eskalierenden Streit unter Nachbarn, Familien und Orten ausgehtweitaus schlimmer sein als aller Nutzen, den diese Windräder bringen könnten. Streit und Unfriede werden langfristig schlimmere gesundheitlich Folgen haben, als die Windräder es je haben könnten. Steht das wirklich dafür?

Auch um eures Glaubens und um des Himmels Willen, kommt zur Besinnung. Schluss mit Stimmungsmache unter der Gürtellinie. Schluss mit Scharfmacherei! Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung gehört auch der Nachbar, der anderer Meinung ist wie ich.

Ihr Pfarrer Wandtke

06.05.2017 10:16 Kategorie: Kirchliches