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Martin Luther in Rohrer Kirche

Singspiel „Ein feste Burg ist unser Gott“ vom Gesangverein Rohr stieß auf großes Interesse – Wiederholung am 31. Oktober in Bertholdsdorf

ROHR (nw)- Martin Luther ist im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ in vielen Facetten und an vielen Orten vertreten. Auch in der Sankt Emmeramskirche Rohr war der Reformator Mittelpunkt beim Frühlingskonzert des Gesangvereins „Frohsinn“ Rohr. Zum Singspiel „Ein feste Burg ist unser Gott – befreit glauben und zuversichtlich leben„ war das Rohrer Gotteshaus sehr gut besucht, freute sich „Frohsinn“-Vorsitzende Waltraud Wendland. Die freiwilligen Spenden werden für das Projekt „Mach was draus“ der Mission „Eine Welt“ verwendet.

Der Konzertabend stand unter der Gesamtleitung von Chorleiterin Tanja Wagner, die auch die Idee zur Aufführung dieses besonderen Singspiels von Markus Nickel und Reinhard Ellsel hatte. „Mit dem Singspiel erleben wir die ganze Wucht des Evangeliums“, stellte Rohrs Pfarrer Markus Wandtke bereits zu Beginn fest. Bürgermeister Felix Fröhlich freute sich zusammen mit den Anwesenden auf einen wunderbaren Abend.

Das musikalische Gerüst bildeten fünf Choräle der Reformationszeit und sieben Lieder. Bei der Umsetzung wirkten die Gesangverein Rohr, die Singgruppe der Kirchengemeinde Bertholdsdorf, bei der Tanja Wagner in Zukunft ebenfalls den Dirigentenstab führt, Klavierspielerin Julia Freydank und die Instrumentalgruppe „Die Praktikanten“ mit Markus, Helmut und Helmut, gekonnt zusammen. Zwischen den Musikstücken entführten die beiden Aktiven der Theatergruppe Rohr, Matthias Schwarz als Martin Luther und Holger Götz als Lucas Cranach der Ältere, die Anwesenden in die bewegte Zeit der Reformation.

Die Handlung spielt im August 1525 im Atelier von Maler Lucas Cranach. Martin Luther, seit kurzem mit Katharina verheiratet, will sich wieder einmal malen lassen. Während Lucas seinen Freund Martin auf Leinwand in Form bringt, diskutieren die beiden die Zeit der Reformation. In den Dialogen wird herausgearbeitet, was die von Luther 1517 an der Kirche zu Wittenberg angeschlagenen Thesen im Land und bei den Menschen in Bewegung gebracht haben.

Die Reformation war ein Prozess, der sich über viele Jahre hinzog. Er brachte neben politischen Machtspielen im von König und Fürsten regierten Staat und der damaligen dominanten vom Papst geprägten „Amtskirche“ auch beim einfachen, arbeiteten Volk spürbare und zum Teil schmerzliche Veränderungen mit sich. Auch Luthers Privatleben ist Gegenstand der Dialoge. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche, „damit die Menschen beim Gottesdienstbesuch verstehen, was Gott ihnen vermitteln will“ und schrieb viele Kirchenlieder. Neben den musikalischen Elementen bekommen die Zuhörer somit einen Einblick in das Leben und Wirken des Reformators Anfang des 16.Jahrhunderts.

Mit dem Singspiel „Ein feste Burg ist unser Gott – befreit glauben und zuversichtlich leben “ haben die beteiligten Akteure das Motto „Mach was draus“, welches Katrin Bauer von der Misson „Eine Welt“ zu Beginn kurz vorgestellt hatte, gekonnt umgesetzt, stelle Waldtraud Wendland abschließend fest. Die Rohrer Gesangvereins-Vorsitzende dankte allen Mitwirkenden und den Zuhören fürs Kommen. Das Singspiel wird am Reformationstag, 31. Oktober in der Kirche in Bertholdsdorf wiederholt.

13.08.2017 11:42 Kategorie: Kirchliches
Von: Wieser Norbert