Unser Pfarrer

Liebe Gemeinde in Rohr,

da ich ab dem Kirchenjahr 2015 Ihr neuer Pfarrer für die nächsten Jahre sein werde, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Markus Wandtke und komme zusammen mit meiner Frau Christine zu Ihnen. Insgesamt haben wir 5 Kinder aber keines davon wird mit nach Rohr umziehen, die sind alle schon erwachsen und aus dem Haus. Nur zu Besuch werden Sie immer mal wieder kommen, zumindest haben sie das angekündigt.

Momentan leben wir im hohen Norden Bayerns, in Hof, in der Lutherkirchengemeinde.

Was erwartet sie da für einer, bzw. für ein Ehepaar? Meine Frau ist keine Pfarrerin und geht auch einem eigenen Beruf (vermutlich in Nürnberg) nach, ist aber in Ihrer Freizeit sehr gerne in der Gemeinde aktiv.

Ich liebe meinen Beruf und lebe meine Berufung. Mit Menschen unterwegs sein im Glauben und im Leben, das möchte ich gemeinsam mit Ihnen tun. Mit Ihnen feiern und lachen, mit Ihnen weinen und um Trost ringen, eben alles was das Leben zu bieten hat. Ich rede gerne wie mir der Schnabel gewachsen ist, also nicht lange drum herum und manchmal auch fränkisch. Ich liebe es wenn man ehrlich miteinander umgeht ohne große Verzierungen. So versuche ich auch zu predigen, also die Bibel in den Alltag zu übersetzen.

Ich bin glücklich, weil ich mich von Gott geliebt weiß, und dieses Gefühl scheint ja auch in Rohr nicht fremd zu sein, wie auf einem T-Shirt zu lesen ist: „Gott liebt Rohr“. Das ist der Tenor meines Glaubens. Wenn nötig werde ich aber auch klar und deutlich Gottes Anspruch an unser Leben formulieren – seine Liebe hat immer auch Konsequenzen für uns.

Ich freue mich auf eine sehr aktive Gemeinde, die mit einem gesunden evangelischen Selbstverständnis ausgestattet ist. Eine Gemeinde, die offenbar auch bereit ist anzupacken und mit zu gestalten. Ich möchte aufbauen auf das, was andere vor uns gesät und geschaffen haben. Das Gute in der Tradition bewahren. Darüber hinaus möchte ich uns ausrichten auf die Zukunft mit ihren Herausforderungen. Vernetzten wo es zusammen besser geht und integrieren wo Gräben zu sein scheinen. Wir werden die Zukunft der Kirche nur dort erleben, wo wir uns den Herausforderungen der Gegenwart stellen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Grabenkämpfe können wir uns nicht mehr leisten. Kirche braucht klares Profil und offene Türen. Einladend und missionarisch zu sein ist kein Programm, sondern eine Lebenshaltung und es ist keine Option sondern der Auftrag den wir als Kirche haben. Jeder, der von Gott nichts weiß oder ihm den Rücken kehrt ist uns als Auftrag ans Herz gelegt. Dass dabei besonders Kinder und Jugendliche unsere Aufmerksamkeit brauchen liegt auf der Hand, denn wie sagt das Sprichwort: was Hänschen nicht lernt…

Auf diesem Weg brauchen wir jeden auf seine Art, Hauptsache er ist von Gottes Liebe getrieben und getragen. Gemeinde lebt von der Vielzahl der Talente und Gaben – erst gemeinsam sind wir das was Paulus den Leib Christi nennt. Ich nenne es Gemeinde. Ich freue mich auf jeden von Ihnen, auch wenn es ein wenig dauern wird, bis ich mir Ihre Namen merken kann. Aber je öfter wir uns begegnen und miteinander sprechen, umso schneller werden wir vertraut miteinander.

Nun heißt es aber erst einmal für uns Abschied nehmen, von liebgewonnenen und vertrauten Menschen in der Lutherkirche in Hof. Der Pfarrstellenwechsel löst bei uns durchaus gemischte Gefühle aus. Gefühle des Abschiedsnehmen und der Trauer, wie auch der Freude und Erwartung auf das Neue. Dies braucht auch für uns Zeit, die wir uns nehmen möchten, um dann bei Ihnen in Rohr voll und ganz anzukommen.

Ihr Gemeindepfarrer

Markus Wandtke

Was wäre wenn?

Wenn Paulus zu uns käme, was würde er uns sagen?

Zum Gemeindefest haben wir uns auf die Spuren des Apostel Paulus gemacht. Er hat auf seiner zweiten Missionsreise einige Orte und Städte besucht und dort Gemeinde gegründet. Zunächst auf seinem Heimatkontinent. In der Provinz Asia, durch die er auf dem Weg nach Mazedonien kam, sollte er nicht missionieren. Er hat sich strikt an die Empfehlung des Heiligen Geistes gehalten und dort nicht missioniert. Dafür hat er dann einen Auftrag erhalten und ausgeführt, was er gar nicht vorhatte. So kam er nach Zypern und von dort aus auf das griechische Festland. Er begegnete den griechischen Gelehrten, zumindest denen, die sich dafür hielten.

Diese Gelehrten begegneten ihm mit Respekt und Interesse, aber in einer Haltung die ich gut auch bei uns finden kann. Damit meine ich nicht nur speziell unsere Kirchengemeinde sondern überhaupt unserer Gesellschaft unser Kirche und unser Land. Eine Haltung die zum Ausdruck bringt: Ich habe meinen Standpunkt und mehr brauche ich nicht. Ich habe was ich brauche! Was du mir zu sagen hast darf und wird mich nicht verändern.

Was würde Paulus uns mit auf den Weg geben, welche Ideen für unsere Kirche hätte er wohl heute?

Paulus steht für eine Klares Bekenntnis zum auferstanden Jesus Christus. Er weist auf die Notwendigkeit der Vergebung hin und auf die Klarheit der Botschaft, die uns in die Nachfolge ruft. Er ist vernünftig genug um denen die über das Ziel hinausschießen Einhalt zu gebieten. Er ist aber auch begeistert genug um flammende Apelle zu halten, bei Gemeinden und Gemeindegliedern, die ihre geistliche Mitte verloren haben. Er ringt um jeden Einzelnen und hat dabei keine Agst vor dem eignen Verlust, auch nicht dem Verlust des eigenen Lebens. Er kennt die Vielfalt an gemeindlichen Ausprägungen und Lebensformen. Er weiß auch um die Gemeinden, die in der Naherwartung des Weltendes alles aufgegeben haben – und dabei verarmt sind!

Was würde dieser Paulus uns sagen? Öffne deine Arme! Lass dich wieder berühren und sei mutig und offen für Veränderungen. Gib dem Heiligen Geist Raum in deinem Leben und in deiner Gemeinde. Veränderungen sind meist schmerzhaft aber notwendig. Die Botschaft Jesu, die Liebe zu dir und seine Vergebung geht dabei nicht verloren nur weil du deine Komfortzone verlierst. Gemeinde lebt dort, wo Menschen sich vom Heiligen Geist bewegen lassen! Also los, bring dein Leben und deine Gaben ein und bewege etwas in der Gemeinde. Warte nicht darauf, dass du aufgefordert wirst sondern lass dich vom Geist Gottes bewegen. Er schenkt dir alles, was du brauchst!

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